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Eidgenössisches – 2. Teil (von Noël)

Mit dem von Rémi beschriebenen sensationellen Gefühl, welches wir nach unserem Turniersieg am ETF 2013 hatten, ging‘s auf die Suche nach einem ZMorge. Denn, nachdem das Adrenalin langsam zurückging, spürten wir alle eine tiefe Entspannung und Zufriedenheit. Wie oft hat man in seinem Amateur-Sportler-Leben die Gelegenheit, sich als Sieger küren zu lassen in einem 25 Teams umfassenden eidg. Turnier? Einem Turnier, welches nur alle 6 Jahre stattfindet? Sensationell!

Darauf mussten wir beim ZMorge in einer Bäckerei noch mit einem Champagner anstossen!

Bei Schämpis, Gipfeli und selber gemachtem Kaffee! - die Bäckerei war nicht auf den Ansturm der Volley-Leute vorbereitet – liessen wir das Turnier nochmals vor dem inneren Auge révue passieren. Traumhaft. Und damit kam auch schon die Müdigkeit.

Eigentlich wollten wir in einer Tennishalle übernachten, doch diese stand leider nicht zur Verfügung (am Morgen wurde sie jeweils geschlossen). Jänu – wir legten uns an die Promenade des Bielersee‘s und versuchten 2-3 Stunden zu schlafen. Als wir aufwachten war’s nicht mehr ganz so einsam…

Links und rechts von uns schalte aus Party-Wägelis der Turnvereine Nieder- und Oberduggigen - oder wie die auch immer hiessen - Partymusik. „Modern Talking Klänge“ gemischt mit „Blüemlisalp iire Summernacht“…  Zum Aufwachen weder romantisch (Blüemlisalp) noch sexy (Modern Talking). Ruhigbleiben – der nächste Song aus einem der beiden Lautsprecher-Wägeli  passte tip top: „Sommer, Sonne, Sonnenschein…“

Bei blauem Himmel und warmen Temperaturen zogen wir übers Festgelände und schauten uns das Dargebotene auf den verschiedenen Wettkampfplätzen an. Schon eindrücklich welch grosse Organisation hinter diesem Anlass, inkl. Sturmschäden am Vortag, steckte. Eindrücklich war aber auch die Qualität der Wettkämpfe. Sportgymnastik, Steinedrücken, Biersaufen…

Im Ernst… Als Städter aus Basel wurde einem bewusst, dass die Schweiz auch aus ganz vielen kleinen Orten besteht, bei denen DER Turnverein, DEN sozialen Treffpunkt darstellt - der (Dorf)Gemeinschaft „den Kitt“ gibt. Schön mitanzusehen war auch, wie farbenfroh und gelassen die Turner miteinander umgingen.

Nach einem Tag an der Sonne, und zu wenig Schlaf im Nacken, ging‘s dann abends Pizza essen.

Mit einem guten „Bödeli“ im Magen, ein wenig Bier oder Wein intus, gab‘s für die Meisten nur noch einen Wunsch: Schlafen!

In einer riesigen Tennishalle, mit vorgelagerten Toi-Toi’s und Waschplätzen (Duschen gab‘s keine), überkam uns auf Militärmätteli „e gsunde tüüfe Schlaaf“.

Am nächsten Morgen, also dem Samstag, durften wir uns dann noch beim Volley-Fachtest beweisen. Ohne zu glänzen absolvierten wir diesen. Egal... Geglänzt hatten ja in der Nacht zuvor schon die Schneewittli‘s, die ihr Volley-Turnier ebenfalls gewinnen konnten.

Nach dem Volley-Fachtest waren wir noch für weitere Wettkämpfe eingetragen – wie Weitspringen, Sprint-Stafette, Kügeli-Werfen, etc. Der olympische Gedanke war unser Begleiter – schön waren wir dabei.

Nachdem wir dann nochmals ein paar Wettkämpfe gesehen, am See gebadet und geduscht hatten, gab‘s am Abend auf dem Festgelände noch Party. Wobei wir nicht allzu lange gemacht haben. Mit den „Jungen von den Dörfern“ konnten (oder wollten) wir nicht mithalten.

Am Sonntag-Morgen reisten wir dann individuell nach Hause. Kleiderwechseln. Im Anschluss ging‘s in einem Umzug, mit den anderen Basler TV’s die am Eidgenössischen waren, auf den Marktplatz.

Offen gesagt… Wir hätten uns den Weg über den Marktplatz sparen können. Verstaubte Ansprache des Oberturners von Basel, süsslich-klebrige Worte eines Regierungsrates, dekoriert mit einer eingerosteten Turner-Darbietung (war als kleiner Einblick in das Eidgenössische Turnfest in Biel gedacht)… So funktioniert Marketing auf einem öffentlichen Platz alla Basler Turnverband. Zum Glück ist die Turnerszene sonst, jeder der in Biel war kann’s bezeugen, farbenfroher und lebendiger.

Apropos… Vielleicht hat uns auch ein  wenig gestört, dass offensichtlich die zwei 1. Ränge im Mixed-Volley (Ballefitzer und Schneewittlis) mit keinem Wort erwähnt wurden. Und es war ja auch nicht so, dass die Baseler Vereine in Biel x Top-Resultate geschrieben hätten.

Das „Gschmäckle“ vom Marktplatz spülten wir elegant mit einem vom Turnverband gesponserten Bier runter.

Zum Ausklang unseres tollen und spannenden Ausfluges ans Eidgenössische Turnfest 2013, gab‘s in der Rhenania-Klause im St. Johann Fleisch, Brot, Bier und Wein. Und wie während des gesamten Turnfestes – viele kurzweilige und spannende Gespräche.

In diesem Sinne… Geniessen wir die nächsten 6 Jahre in unserem Verein. Das nächste Eidgenössische Turnfest kommt – mit uns.

   
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